Alles Wichtige über den 125er Führerschein
Der 125er Führerschein ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden, insbesondere bei jungen Menschen und Wiedereinsteigern, die auf der Suche nach einer flexiblen und kostengünstigen Mobilitätslösung sind. Mit einem solchen Führerschein ist es möglich, Motorräder mit einem Hubraum von bis zu 125 Kubikzentimetern (ccm) zu fahren. Doch was genau steckt hinter dem 125er Führerschein, welche Voraussetzungen gibt es, und wie viel kostet er? In diesem Artikel werden diese und weitere Fragen ausführlich beantwortet.
Was ist der 125er Führerschein?
Der 125er Führerschein, auch als Führerscheinklasse A1 bekannt, berechtigt den Inhaber dazu, leichte Motorräder mit einem Hubraum von maximal 125 ccm und einer Motorleistung von bis zu 11 kW (15 PS) zu fahren. Diese Motorräder dürfen zudem ein Leistungsgewicht von maximal 0,1 kW/kg haben. Auch bestimmte dreirädrige Fahrzeuge fallen unter diese Führerscheinklasse.
Der 125er Führerschein ist besonders attraktiv für Jugendliche ab 16 Jahren, da er eine erste Möglichkeit bietet, den Einstieg in die Welt des Motorradfahrens zu wagen. Aber auch für Erwachsene, die bereits den Führerschein der Klasse B (für Pkw) besitzen, gibt es interessante Möglichkeiten, die mit dem 125er Führerschein verbunden sind.
Wer kann den 125er Führerschein machen?
Um den 125er Führerschein zu erwerben, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden:
- Mindestalter: In Deutschland kann der 125er Führerschein ab dem Alter von 16 Jahren gemacht werden. Für Jugendliche bedeutet dies eine frühe Möglichkeit, unabhängiger und mobiler zu werden.
- Führerschein der Klasse B: Seit Januar 2020 gibt es eine Sonderregelung, die es Inhabern des Führerscheins der Klasse B (Auto) ermöglicht, mit einer zusätzlichen Schulung auch 125er Motorräder zu fahren. Diese Regelung wird oft als „B196-Erweiterung“ bezeichnet. Hierfür muss man mindestens 25 Jahre alt sein und den Führerschein der Klasse B seit mindestens 5 Jahren besitzen.
- Theorie und Praxis: Wie bei anderen Führerscheinklassen müssen auch beim 125er Führerschein sowohl theoretische als auch praktische Prüfungen absolviert werden. Dabei umfasst die theoretische Ausbildung 12 Doppelstunden Grundstoff sowie 4 Doppelstunden spezifischen Stoff für die Klasse A1. Die praktische Ausbildung beinhaltet mehrere Fahrstunden, die auf den Umgang mit dem Motorrad vorbereiten.
Was kostet der 125er Führerschein?
Die Kosten für den 125er Führerschein können je nach Region, Fahrschule und individuellem Fahrkönnen variieren. Im Durchschnitt liegen die Gesamtkosten zwischen 1.000 und 1.500 Euro. Dabei setzen sich die Kosten aus folgenden Positionen zusammen:
- Theorieunterricht: Der Theorieunterricht kostet in der Regel zwischen 200 und 300 Euro.
- Praxisunterricht: Die Fahrstunden sind der kostenintensivste Teil der Ausbildung. Je nach Fahrschule und Anzahl der benötigten Stunden können die Kosten hier zwischen 600 und 1.000 Euro liegen.
- Prüfungsgebühren: Die Gebühren für die theoretische und praktische Prüfung liegen zusammen bei etwa 150 bis 200 Euro.
- Sonstige Kosten: Hinzu kommen oft noch Kosten für Lehrmaterialien, die Anmeldegebühr bei der Fahrschule sowie die Gebühren für den Sehtest und den Erste-Hilfe-Kurs, die für den Erwerb des Führerscheins erforderlich sind.
Vorteile des 125er Führerscheins
Der 125er Führerschein bietet zahlreiche Vorteile, die ihn zu einer attraktiven Option machen:
- Flexibilität und Mobilität: Mit einem 125er Motorrad ist man im Stadtverkehr flexibel und kann sich auch auf Landstraßen und bei Ausflügen auf dem Land problemlos fortbewegen.
- Geringe Betriebskosten: Motorräder der 125er Klasse sind in der Anschaffung und im Unterhalt deutlich günstiger als größere Motorräder oder Autos. Der Kraftstoffverbrauch ist niedrig, und auch die Versicherungskosten halten sich in Grenzen.
- Umweltfreundlich: Durch den geringen Kraftstoffverbrauch und die kleinere Motorleistung sind 125er Motorräder vergleichsweise umweltfreundlich und stoßen weniger CO2 aus.
- Kein Stau: In vielen Situationen kann man mit einem Motorrad dem Stau entkommen und schneller ans Ziel kommen. Gerade in Großstädten ist dies ein unschätzbarer Vorteil.
Was sollte man vor dem Erwerb des 125er Führerscheins beachten?
Bevor man sich für den 125er Führerschein entscheidet, sollten einige Überlegungen angestellt werden:
- Sicherheitsausrüstung: Beim Motorradfahren ist die richtige Sicherheitsausrüstung unerlässlich. Dazu gehören ein Helm, eine Schutzjacke, Handschuhe, Schutzstiefel und eine Motorradhose. Diese Ausrüstung kann zusätzlich zur Führerscheinausbildung einen Kostenfaktor darstellen.
- Fahrpraxis: Auch wenn der 125er Führerschein relativ leicht zu erwerben ist, sollte man bedenken, dass Motorradfahren Erfahrung und Geschick erfordert. Es empfiehlt sich, nach dem Erwerb des Führerscheins zunächst in verkehrsarmen Gebieten zu üben, um sich an das Fahrverhalten des Motorrads zu gewöhnen.
- Weiterbildungsmöglichkeiten: Für diejenigen, die nach einiger Zeit auf größere Motorräder umsteigen möchten, bietet sich der Aufstieg zum Führerschein der Klasse A2 oder A an. Mit einer entsprechenden Praxis und zusätzlichen Prüfungen kann dieser Weg beschritten werden.
Fazit
Der 125er Führerschein ist eine großartige Möglichkeit, frühzeitig Mobilität zu erlangen und die Freiheit des Motorradfahrens zu genießen. Ob für Jugendliche, die ihren ersten Führerschein machen, oder für Erwachsene, die sich eine flexible Ergänzung zu ihrem Autoführerschein wünschen – der 125er Führerschein bietet zahlreiche Vorteile. Mit einer fundierten Ausbildung und der richtigen Ausrüstung steht dem sicheren Fahrspaß nichts im Wege.